Wind gehört seit jeher zu dem Bundesland zwischen den Meeren. Zwar weht in Deutschland überall der Wind, doch in Schleswig-Holstein immer ein wenig stärker. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade hier die Windenergienutzung einen festen Platz einnimmt. Bedingt durch die staatliche Unterstützung hat die Windkraft eine rasante Entwicklung durchgemacht.
Auf der anderen Seite wächst aber die Schar derer, die der Windkraft ablehnend gegenüber stehen. Landschaftspfleger und Denkmalschützer laufen Protest wegen einer Verschandelung der Umwelt. Andere fürchten das Ausbleiben von Touristen oder negative Auswirkungen auf die Tierwelt.
Hier bietet sich als Ausweg die Entwicklung von Windparks auf dem Wasser an. Scheinbar die Lösung schlechthin, wurden in der Vergangenheit viele Offshoreprojekte diskutiert, aber realisiert wurde bisher in Deutschland kein einziger.
So sahen wir es als eine Herausforderung an, den Versuch der Konzeption eines Offshore-Windparks zu wagen. Dabei wollten wir uns nicht nur auf die Standortwahl und technische Spezifikationen beschränken, eine Kostenanalyse sollte auch eine Aussage zur Wirtschaftlichkeit liefern.
Aufgrund der geringen Wassertiefen wurde die Standortsuche auf die Ostsee beschränkt. Als Ergebnis der Analysen konnte ein geeignetes Gebiet nordöstlich von Hiddensee/Rügen und nordöstlich vom Darß ausgewählt werden. Wassertiefen unter 20 Meter, und eine Entfernung zum Festland von 10 km ließen den Standort besonders günstig erscheinen; mittlere Windgeschwindigkeiten von 8-9 m/s versprachen eine hohe Wirtschaftlichkeit.
Auf Grund der zu erwartenden Kosten entschieden wir uns für 25 Anlagen mit je 1 MW Leistung. Im Gegensatz zu Anlagen auf dem Festland entstehen bei Offshore-Anlagen hohe Kosten durch die Fundamente, das Seekabel und die Wartung. Eine vorsichtige Wirtschaftlichkeitsrechnung lässt im Gegensatz zu Anlagen auf dem Festland eine Rendite erst sehr spät, nach ca. 11-14 Jahren möglich werden.