Campusbewohner der Woche: Das Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Der Geburtstag Johannes’ des Täufers am 24. Juni gab nicht nur der Johannisbeere, sondern auch dem Johanniskraut seinen Namen, weil es zu dieser Zeit blüht, auch bei uns am Campusteich. Schon in der Antike wurde die Pflanze gegen Gicht und Rheuma als Heilkraut eingesetzt. Besonders bekannt ist das Johanniskraut allerdings wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung in Stress- und Trauersituationen. Im Mittelalter bezeichnet man das das Gewächs deshalb auch als Herrgottsblut, Walpurgiskraut, Teufelsflucht oder lateinisch als fuga daemonum (Teufelsaustreiber).

Seine nachgewiesene Wirkung als natürliches Antidepressivum verdankt das Johanniskraut dem Hypericin in seinen Blüten. In Apotheken ist das Substrat zum Beispiel in Form von Tee, Pulvern oder Kapseln erhältlich. Grundsätzlich kann jeder selbst den Wirkstoff aus den Blüten extrahieren; das Verfahren zur Gewinnung von so genanntem Rotöl ist jedoch ziemlich aufwendig und zieht sich über Wochen dahin. Johanniskraut-Präparate ersetzen bei einer echten Depression weder den Besuch eines Psychotherapeuten noch die gezielte Wirkung moderner Psychopharmaka. Es empfiehlt sich eher für leichte Depressionen bzw. für den kleinen Kummer zwischendurch.


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