Fachkonferenz zu Engineering Design in Vancouver

Vom 21. bis zum 25.8.2017 fand die 21. International Conference on Engineering Design (ICED 2017) an der University of British Columbia (UBC) in Vancouver B.C. statt. Prof. Dr.-Ing. Bernhard Meussen aus dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften trug auf dieser Konfernez, die von der Design Society veranstaltet wird, vor.

Industrie 5.0

Die UBC war Gastgeber der diesjährigen internationalen Konferenz zur ingenieurwissenschaftlichen Produktentwicklung. Die Konferenz begann am Montag mit den sog. "Special Interest Groups" (SIG). Darunter waren SIG zur additiven Fertigung (3D-Druck), zum kollaborativen Design, zum Risikomanagement, zur nachhaltigen Produktentwicklung und weiteren Themen. Prof. Meussen nahm an den SIG "Tackling Tough Design Challenges Together" und "Implications for Engineering Design Education of Industry 4.0" teil. Bei letzterer SIG waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass Hochschulen ihre Studierende nicht speziell für die 4. Industrielle Revolution vorbereiten sollten, sondern schon an die 5. Revolution denken müssen: Mindestens genauso wichtig wie die Vermittlung aktuellen technischen Wissens ist die Vermittlung geeigneter Methoden, um in der sich immer schneller entwickelnden industriellen Umgebung eine aktive Rolle einnehmen zu können. Dazu entwickelten die Teilnehmer der SIG einen Vorschlag für eine "University 2030".

Im Programm der Konferenz nahmen Themen der Digitalisierung erwartungsgemäß eine große Rolle ein. In der Session "Cyber-Physical systems and Digitization" stellte Prof. Meussen seinen Beitrag mit dem Titel "Value Chains and Digitization of Product Development Processes" vor. Die Nutzung der additiven Fertigung (3D-Druck) war ein weiterer Schwerpunkt, insbesondere die Untersuchung der durch additive Fertigung erzielten Produkteigenschaften und deren Vor- und Nachteile. Viele Sessions behandelten Systems Engineering und die Nutzung von Model Based Systems Engineering (MBSE). Andere Schwerpunkte behandelten das Risikomanagement in der Produktentwicklung, nachhaltige Produktentwicklung, Modularisierung und Design for X sowie Design Thinking.

Herausragende Referentinnen und Referenten

Im Rahmen von Keynotes stellte Peter Busby, Managing Director und Principal des international agierenden Architekturbüros Perkins+Will unter dem Titel "Exploring Architecture’s New Edges" nachhaltige Prinzipien in der Architektur vor und forderte für neue Gebäude keine neutrale, sondern eine positive Ökobilanz. Aus England reiste Prof. Dr. P. John Clarkson, Director of the Engineering Design Centre von der University of Cambridge an. Er berichtete über eine Anwendung ingenieurwissenschaftlicher Prinzipien im Gesundheitswesen in seinem Vortrag mit dem Titel "What has Engineering Design to Say about Healthcare Improvement?". Dabei stellte er zwei Fragen, die alle Ingenieure immer umtreiben, in das Zentrum seines Vortrags: "How can we do it better?" und "What could possibly go wrong?". Prof. Dr. Yukari Nagai, Vize-Präsidentin des Japan Advanced Institute of Science and Technology (JAIST), berichtete von ihren Überlegungen zum Design Thinking unter dem Titel "Creativity, Design and Innovation". Catherine Roome, President und CEO der BC Safety Authority, erinnerte die Konferenzteilnehmer an ihre Verantwortung für die sichere Produktnutzung in ihrem Vortrag "Nonchalant design of a society’s safety system‘". Die Anwendung der Biomemetik in den Ingenieurwissenschaften beschrieb Prof. Dr. Julian F.V. Vincent von der Oxford University. Er spannte einen weiten Bogen über TRIZ und die Nutzung der Ontologie in seinem Vortag "Survival oft he Cheapest: Information and Material in Biological Design". Den Reigen der Keynotes beschloss Prof. Dr. M.G. Britton vom Canadian Council of Professional Engineers. Er trug über die Erfahrungen mit einem kanadischen Förderprogramm mit dem Titel "Sitting in a Design Chair – Reflections on the NSERC Chairs in Design Engineering Program" vor.

Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die im Rahmen der Konferenz ausgetauscht wurden, werden im FB Ingenieurwissenschaften zur Weiterentwicklung der Lehre und Forschung genutzt werden. Insbesondere die Vorträge zum Systems Engineering und zur additiven Fertigung bestärken den Fachbereich Ingenieurwissenschaften, den schon eingeschlagenen Weg hier weiter zu entwickeln und fortzusetzen. Interessierte können die Konferenzunterlagen gerne bei Prof. Meussen einsehen.

Neben den akademischen Highlights gab es natürlich ein Konferenzdinner, das im Museum of Anthropolgy der UBC stattfand und das besondere Highlight: Die Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis am Montag, den 21.08.2017 um 10 Uhr 30.“


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