Vorstellung der DIN SPEC 33456 „Leitlinien für Geschäftsprozesse in Aufsichtsgremien“

Am 21.10.2015 tagten die Mitglieder des Financial Experts Association e. V. (FEA) zum zweiten Mal in der NORDAKADEMIE Graduate School. Anlass der Veranstaltung war die Vorab-Vorstellung der Leitlinien für Geschäftsprozesse in Aufsichtsgremien, die im Dezember 2015 als ePub vom DIN-Institut veröffentlicht werden und deren Schriftleitung die beiden NORDAKADEMIE-Professoren Nick Gehrke und Bernd Schichold inne hatten.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte Prof. Nick Gehrke zunächst die Ziele der Erarbeitung der DIN SPEC 33456 heraus und zeichnete die verschiedenen Entwicklungsschritte nach. Frau Wolf, u. a. Mitglied des Aufsichtsrats Hochtief AG, betonte im Rahmen des Nominierungs- und Besetzungsprozesses von Aufsichtsgremien die Notwendigkeit der Entwicklung eines maßgeschneiderten Anforderungsprofils für den gesamten Aufsichtsrat. Frauenquote, Diversität und Passung seien Schlagworte, die in Zukunft diesen Prozess (weiter) prägen werden. Prof. Dr. Peter Ruhwedel von der FOM hob als Hauptmotive der Effizienzprüfung Compliance, Haftung und Reputation hervor und verwies auf neue Regelungen im Bankenbereich, die Auswirkungen auch auf andere Unternehmen und Branchen haben werden. Prof. Bernd Schichold erläuterte in seinen Ausführungen zur Überwachung der internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme und der internen Revision durch den Aufsichtsrat, insbesondere den Prüfungsausschuss, nachdrücklich die eigene Prüfungspflicht des Aufsichtsrates, die nicht delegiert werden könne. WP StB Andrea Bilitewski, Deloitte & Touche, hielt ein engagiertes Plädoyer für die Notwendigkeit der Prüfung der Planungen und Berichte des Vorstandes durch die Aufsichtsratsmitglieder. Sie machte deutlich, dass der Aufsichtsrat auf einer gleichbleibenden Berichtsstruktur und ausreichendem zeitlichen Vorlauf bestehen müsse, um seine Überwachungsaufgaben wahrnehmen zu können.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde erstmals der FEA-Hochschulpreis verliehen, der
für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Tätigkeit von Prüfungsausschüssen sowie von Finanzexperten in Aufsichtsräten vergeben wird und mit insgesamt 7.000 Euro dotiert ist. Zu den  ausgezeichneten Preisträgern gehören Dr. Martin Nienhaus von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit einer Arbeit zur Segmentberichterstattung sowie Niklas Schenk und Thilo Towara von der TU Darmstadt mit ihrer Untersuchung zum Zusammenhang von Corporate Governance und Auswahl des Abschlussprüfers.