Ein Nachbericht von Patrick Schwentner, studiert HR-Management & Wirtschaftspsychologie (M.Sc.), Jan-Hauke Lorenzen, studiert Applied Data Science (M.Sc.) und Henrike Feldema, studiert Wirtschaftsingenieurwesen (M.Sc.).
Unsere International Week 2025 begann in der Millionenstadt Neu-Delhi. Zwischen Tuk-Tuks, Gewürzständen und viel Verkehr entdeckten wir das bunte Leben der Hauptstadt. Wir streiften durch die engen Gassen Alt-Delhis, ließen uns von den Gerüchen und Farben der Gewürzmärkte treiben und sahen uns eines der bekanntesten Wahrzeichen Indiens an: das Taj Mahal, und das gleich früh morgens zum Sonnenaufgang.
Nach einem kompakten, aber intensiven Sightseeing-Wochenende begann der offizielle Teil der Reise: Der Austausch mit indischen Unternehmen und Institutionen. In und um Neu-Delhi standen erste Besuche bei renommierten Unternehmen auf dem Programm – darunter der Verpackungshersteller UFlex, Technologieherstellern wie Dixon oder Oppo, dessen neuerrichtete „Superfactory“ bis zu drei Smartphones pro Sekunde verkaufsfertig produzieren kann. Spannende Einblicke gab es auch bei der Hero MotoCorp, wo mechanische Komponenten wie Getriebe für den Fahrzeugbau entwickelt und gefertigt werden.
Weiter ging es nach Ahmedabad, ins Zentrum der indischen Textilproduktion. Dort konnten wir in die Produktionsprozesse eintauchen und eine Weberei sowie die Färberei True Colors besuchen. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des Campus der CEPT University – eine der weltweit führenden Universitäten im Bereich Architektur und Stadtplanung. Ebenfalls in Ahmedabad begrüßte uns das Pharmaunternehmen Corona Remedies. Nach einer Werksführung durch die Reinraumfertigung gab es eine offene Fragerunde mit den geschäftsführenden Gesellschaftern am Hauptsitz des Unternehmens.
Auf dem Weg Richtung Surat legten wir einen Zwischenstopp bei der Molkereigenossenschaft Amul ein. Amul wurde 1946 gegründet und ist ein genossenschaftliches Unternehmen, das mit 3,6 Millionen Milcherzeugern zusammenarbeitet. Sie produziert nicht nur eine breite Palette an Milchprodukten, sondern gilt durch ihre genossenschaftliche Struktur auch als Beispiel für die wirtschaftliche Stärkung kleiner Milchbauern in Indien. Natürlich durfte auch ein kurzer Besuch bei der Statue of Unity nicht fehlen: Mit 182 Metern die höchste Statue der Welt und ein Symbol für Indiens Einheit und Unabhängigkeit.
Surat, auf den ersten Blick eher unscheinbar, entpuppte sich als echtes Juwel im wahrsten Sinne des Wortes. Rund 90 % aller Diamanten weltweit werden hier geschliffen. Wir besuchten das Unternehmen SRK, das sich auf besonders hochwertige Steine spezialisiert hat und für Marken wie Hermès oder Patek Philippe produziert. Einblicke erhielten wir auch in die monumentale Surat Diamond Bourse, das größte kommerzielle Gebäude der Welt, das 2023 eröffnet wurde und künftig über 65.000 Menschen Platz bieten soll.
In der Nähe von Surat besuchten wir das Chemieunternehmen Atul. Neben einem Einblick in die Produktion lernten wir auch einige Projekte der gemeinnützigen Atul Foundation kennen. Eines davon ist die Eklavya Model Residential School, die Kindern aus indigenen Gemeinschaften kostenfreie Schulbildung mit Internatsunterbringung ermöglicht. Vor Ort hatten die Schülerinnen und Schüler kleine Aufführungen vorbereitet und es gab spannende Einblicke in den Schulalltag durch kurze Vorträge.
Weiter ging es mit dem Zug nach Mumbai, wo wir tiefer in die Finanzwelt Indiens eintauchten. Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch der Börse und ein Gespräch mit Dr. Tirthankar Patnaik, dem Chefvolkswirt der National Stock Exchange of India. Gemeinsam diskutierten wir aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und Zukunftsperspektiven des Landes.
Zum Abschluss unserer Reise flogen wir weiter nach Goa. Neben einem kulturellen Programm besuchten wir das Unternehmen Godrej und dessen Bereich Locks & Security, das verschiedene Sicherheitslösungen wie Vorhänge- und Türschlösser herstellt. Den letzten Abend verbrachten wir gemeinsam bei einem Abschiedsdinner am Strand. Es war ein schöner Ausklang einer inspirierenden wie intensiven Reise.
Ein großes Dankeschön geht an das International Office der NORDAKADEMIE, unserem mitreisenden Professor Schmidt, unseren Tourguides Shriyansh und Chirag sowie allen gastfreundlichen Unternehmen und Institutionen, die uns einen so tiefen Einblick in das wirtschaftliche und kulturelle Leben Indiens ermöglicht haben.
PS: Hier gelangen Sie zum Video zur Studienreise mit tollen Bildern!