Wie bereits im letzten Campus Forum angekündigt, hat sich das Green Team der NORDAKADEMIE auf den Weg gemacht, Nachhaltigkeitsmanagement strategisch an der Hochschule zu verankern. Ein wichtiger erster Schritt wurde in den vergangenen Monaten erfolgreich umgesetzt: die Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse.
Im Rahmen mehrerer Workshops, Interviews und Umfragen mit zahlreichen Stakeholdern der NORDAKADEMIE wurden sowohl positive und negative Auswirkungen (Impacts) der Hochschule als auch finanzielle Risiken und Chancen (Risks & Opportunities) identifiziert. Die Analyse betrachtete dabei sechs Themencluster aus ökologischer und sozialer Perspektive: Klima & Energie, Ressourcen, Abfall & Kreislauf, Campus, Gebäude & Biodiversität, Mobilität, Arbeiten & Studieren an der Hochschule und Studierende, Gesellschaft & Region (vgl. Abbildung 1)
Abb. 1: Identifizierte IRO’s in den sechs verschiedenen Themenclustern
Die Ergebnisse der Analyse
Insgesamt wurden 36 wesentliche IROs (Impacts, Risks & Opportunities) identifiziert. Diese setzen sich aus 24 positiven Auswirkungen, neun negativen Auswirkungen, einem finanziellen Risiko und zwei Chancen zusammen.
Abb. 1: Identifizierte IRO’s in den sechs verschiedenen Themenclustern
Soziale Themen im Fokus
Besonders deutlich zeigte sich die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeitsthemen. Dabei wurden Potenziale zur weiteren Förderung von Diversität innerhalb der Studierendenschaft, zur Stärkung eines wertschätzenden Umfelds sowie zur Unterstützung eines ausgewogenen Umgangs mit den Anforderungen des dualen Studiums identifiziert.
Gleichzeitig wurden zahlreiche positive Wirkungen hervorgehoben. Dazu zählen unter anderem flexible Arbeitsmodelle wie Jobsharing und Teilzeitangebote, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Unterstützungsangebote für Studierende sowie das bestehende Gleichstellungs- und Diversitätskonzept der Hochschule.
Klima & Energie
Im Themenfeld Klima und Energie wurden insbesondere der Energieverbrauch des Audimax, der steigende Energiebedarf durch KI-Anwendungen sowie der Stromverbrauch der Serverraumkühlung als wesentliche negative Auswirkungen identifiziert.
Demgegenüber stehen bereits zahlreiche positive Beiträge der NORDAKADEMIE, darunter der Bezug von Ökostrom, die Nutzung von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sowie eine energieeffiziente IT-Infrastruktur. Als wesentliches finanzielles Risiko wurden steigende Energiekosten bewertet.
Ressourcen, Abfall & Kreislaufwirtschaft
Im Cluster Ressourcen, Abfall und Kreislaufwirtschaft liegt ein besonderes Augenmerk auf der Nutzung von Digitalisierungspotenzialen, um ressourcenschonende Prozesse, insbesondere im Prüfungswesen, weiter auszubauen.
Positive Effekte erzielt die Hochschule bereits durch einen nahezu plastikfreien Campus, den Einsatz von Cloud-Lösungen, die Verlängerung von Gerätelebenszyklen sowie etablierte Reparatur- und Wiederverwendungskonzepte für Endgeräte.
Mobilität
Im Bereich Mobilität wurden der Zuschuss zum Deutschlandticket für Mitarbeitende, die Optimierung von Lieferverkehren sowie die Förderung des Radverkehrs als positive Hebel identifiziert.
Eine wesentliche Herausforderung bleibt jedoch die hohe Pkw-Nutzung und die damit verbundene Belastung der Parkplatzsituation am Standort Elmshorn.
Bildung als zentraler Nachhaltigkeitsbeitrag
Besonders positiv wirkt die NORDAKADEMIE durch ihr Kerngeschäft Bildung. Die Hochschule leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von Bildungszielen, stärkt Partnerunternehmen sowie die regionale Entwicklung und fördert durch die Vermittlung von Nachhaltigkeits- und Diversitätskompetenzen den Transfer von Wissen in die Praxis.
Ableitung zentraler Handlungsfelder
Auf Basis der Ergebnisse wurden zentrale Handlungsfelder für die weitere nachhaltige Entwicklung identifiziert. Dazu gehören:
Diversität, Chancengleichheit und inklusive Hochschulkultur
Wohlbefinden, Resilienz und Studienerfolg
Energiebedarf und Energieeffizienz
Papierverbrauch und Digitalisierung
Nachhaltige Mobilität
Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft
Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis
Diese Themen bilden die Grundlage für die Entwicklung konkreter Maßnahmen, Kennzahlen und Nachhaltigkeitsziele der NORDAKADEMIE.
Fazit und nächste Schritte
Die Ergebnisse zeigen, dass die NORDAKADEMIE bereits heute zahlreiche positive Nachhaltigkeitswirkungen – sowohl ökologisch als auch sozial – erzielt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass insbesondere in den Bereichen Energieverbrauch, Mobilität, Ressourceneinsatz, Diversität und mentale Gesundheit weiterer Handlungsbedarf besteht.
In den nächsten Schritten wird das Green Team konkrete Maßnahmen entwickeln, um identifizierte negative Auswirkungen zu reduzieren und bestehende positive Wirkungen weiter zu stärken. Darüber hinaus werden geeignete (Key) Performance Indicators (KPIs) erarbeitet, die künftig als Grundlage für eine systematische Steuerung des Nachhaltigkeitsmanagements sowie für eine transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung dienen sollen.