Elmshorn, 25. Februar 2026 – 81 junge Talente präsentierten vergangenen Freitag an der NORDAKADEMIE ihre innovativen Projekte. Die Regionen Elmshorn und Kiel dominierten das Siegerfeld, doch auch starke Ideen aus Uetersen, Büsum und dem Umland überzeugten. Ein besonderes Highlight: ein Doppel-Gold-Sieg und ungewöhnlich viel Musik in der Wissenschaft.
Fotocredit: Claudia Timmann
Das Audimax der NORDAKADEMIE war in diesem Jahr noch besser gefüllt als bei den vergangenen Wettbewerben. Das große öffentliche Interesse spiegelte die Begeisterung wider, mit der 81 Nachwuchsforschende ihre insgesamt 40 Projekte beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ und „Jugend forscht junior“ vorstellten. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ herrschte eine Atmosphäre, die von starkem Zusammenhalt unter den Teilnehmenden und echter Innovationsfreude geprägt war. Auffällig in diesem Jahr: Ein Großteil der Erstplatzierten, die sich für den Landeswettbewerb qualifizierten, stammt direkt aus Elmshorn und Kiel. Die beiden Städte erwiesen sich als echte Kaderschmieden für den MINT‑Nachwuchs.
12-jährige holt mit Schleimpilzen Doppelsieg in Biologie und Mathematik
Eine herausragende Leistung zeigte die zwölfjährige Theresa Lopacinski von der Elsa-Brändström-Schule in Elmshorn. Sie sicherte sich sensationelles Doppel-Gold in der Sparte „Jugend forscht junior“. Sowohl in Biologie als auch in Mathematik/Informatik belegte sie mit ihren Forschungen an Schleimpilzen den ersten Platz. Sie bewies unter anderem, dass die einzelligen Organismen hochkomplexe mathematische „Steinerbaum-Probleme“ bei der Suche nach dem kürzesten Weg zur Nahrung intuitiv lösen können.
2026 war beim Regionalwettbewerb „viel Musik drin“
In diesem Jahr gab im wahrsten Sinne des Wortes die Musik den Ton in der Wissenschaft an. Gleich zwei Siegerprojekte befassten sich mit Akustik: Theresa Lopacinski testete die Audiotaxis (das „Gehör“) ihrer Schleimpilze und untersuchte, ob sie sich bei bestimmten Musikrichtungen besser ausbreiten. Der 16‑jährige Paul Brock (Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt) beschallte Pflanzen. Er fand heraus, dass sich die winzigen Spaltöffnungen (Stomata) auf den Blättern durch Schallwellen steuern lassen – ein innovativer Ansatz, der die Landwirtschaft der Zukunft durch gezieltere Düngung und geringeren Wasserverlust verändern könnte.
Starke Leistung aus der gesamten Region
Nicht jeder kann gewinnen, aber auch bei den Zweitplatzierten zeigte sich das große Potenzial der gesamten Region. Mit hochgradig relevanten Projekten sicherten sich viele Gruppen einen starken zweiten Platz oder die begehrten Sonderpreise:
- Uetersen: Verhaltensforschung – Tobias Marotzki (14) und Mira Abou Lebde (15) vom Ludwig-Meyn-Gymnasium gingen der Frage nach: „Sind Jungs wirklich egoistischer als Mädchen?“. Mit einem selbst entwickelten Fragebogen testeten sie geschlechtsspezifische Unterschiede in einer moralischen Stresssituation und sicherten sich den 2. Preis in Biologie.
- Büsum: Kraftstoff aus Kunststoff – Für ihren Lösungsansatz, Plastikabfälle durch thermochemische Vergasung in grünen Wasserstoff und Synthesegas umzuwandeln, erhielten Timo Iozzinetti (15), Jonas Maximilian Fischer (16) und Noah Jakob Angerstein (16) von der Schule am Meer in Büsum den Sonderpreis Umwelttechnik.
- Elmshorn: Energie und grüne Städte – Jonas Barckmann (17, Elsa‑Brändström‑Schule) gewann mit seinem stromlosen, autonomen Bewässerungssystem für Fassadenbegrünungen den Sonderpreis „Mit Sicherheit die Zukunft gestalten“. Jannis Pöhls, Kian Landmann und Hinnerk Stammerjohann (alle 18, Bismarckschule Elmshorn) wurden für ihre intelligente, spiegelgestützte und sich selbst ausrichtende Solaranlage mit dem Sonderpreis Energie ausgezeichnet.
- Kiel: Verpackungen aus Proteinen – Um den Erdölverbrauch zu senken, gewannen Jette Golz (17), Lena Dickmeis (17) und Lia Rohweder (18) aus Hohenwestedt, Kronshagen und Itzehoe aus organischen Stoffen nachhaltiges Verpackungsmaterial. Das brachte ihnen den Sonderpreis „Ressourceneffizienz und Zirkularität“ ein.
Großer Stolz bei Ehrengästen und Paten
Dass der Wettbewerb weit über die Schulgrenzen hinausstrahlt, bewies die hochkarätige Gästeliste:
- Elmshorns neuer Oberbürgermeister Erik Sachse (56), selbst 20 Jahre lang Schulleiter, zeigte sich beim Rundgang durch das Audimax tief beeindruckt: „Es macht mich stolz, so viele neugierige junge Menschen in ‚meiner‘ Stadt zu erleben. Es bestätigt mich darin, dass es richtig ist, dass Elmshorn zu einer Bildungsmetropole entwickelt wurde.“
- Für einen emotionalen Höhepunkt sorgte der Motivationspitch von Kai Hufenbach. Der 34-jährige Alumnus der NORDAKADEMIE und zweifache ehemalige Hamburger „Jugend forscht“-Landessieger holte die Teilnehmenden mit seiner sympathischen Art ab: „Allein schon die Teilnahme an Jugend forscht wird euch später Türen öffnen – nutzt dies bestmöglich aus!“
- Auch das Paten-Trio der Veranstalter zeigte sich hochzufrieden. Anke Vogler, Kanzlerin der NORDAKADEMIE, betonte: „Wir sind sehr stolz, jetzt schon zum 13. Mal Ausrichter des Regionalwettbewerbs zu sein und den Jungforscherinnen und Jungforschern somit eine Bühne geben zu können.“
- Richard Welge von den Stadtwerken Elmshorn gab den Talenten einen persönlichen Rat mit auf den Weg: „Liebe Jungforscherinnen und Jungforscher, denkt vor dem Schlafengehen nochmals an den Tag voller Stolz zurück, denn ihr habt etwas Großartiges geleistet.“
- Stefan Witt von der VR Bank in Holstein fasste den Geist der Veranstaltung treffend zusammen: „Ein Leitspruch unserer Bank ist ‚Morgen kann kommen‘. Genau daran muss ich jetzt denken, nachdem ich euch und eure Forschungsarbeiten kennengelernt habe.“
Die Gewinnerinnen und Gewinner der ersten Preise reisen Ende März zum Landeswettbewerb nach Kiel, wo es um das begehrte Ticket für das Bundesfinale in Herzogenaurach geht.