16.09.2020

Leben, Arbeiten und Studieren zwischen den Vulkanen

MBA-Student und SAP Consultant for Business Analytics Thomas Plagemann berichtet über sein Auslandssemester in Puebla, Mexiko.

Insgesamt werden für den Masterabschluss 300 ECTS-Punkte benötigt. In den berufsbegleitenden Masterstudiengängen erwirbt man 90 ECTS-Punkte; wenn der erste Hochschulabschluss weniger als 210 ECTS-Punkte umfasst, können fehlende Kreditpunkte im Laufe des Masterstudiums erworben werden. Dazu bietet die Hochschule der Wirtschaft entsprechende Kurse an. Thomas Plagemann, der im Oktober 2018 mit 180 Credits in den MBA gestartet war, ist jedoch einen anderen Weg gegangen: Er entschied sich, ECTS-Punkte in einem Auslandsstudium zu erwerben, und hat dieses von August 2019 bis Januar 2020 absolviert.

Thomas Plagemann: „Wie kann ich die zusätzlichen ECTS-Punkte nachholen und dabei das für mich größtmögliche persönliche Wachstum erzielen?“ Der Gedanke an ein Semester im Ausland war geboren.

Das Auslandsemester sollte mich vor allem persönlich voranbringen. Es sollte mir ermöglichen, aus meiner Komfortzone herauszutreten und in ein komplett neues Umfeld einzutauchen, trotz MBA-Studium und Consulting-Job. Ich wollte sehr gern Spanisch als dritte Sprache erlernen und mich kulturell möglichst weit von der deutschen Kultur entfernen. Nach einem Austausch mit Jorge, einem mexikanischen Bekannten, war mir sehr schnell klar: Es wird Puebla in Mexiko. Dort wird nicht nur ein sehr klares Spanisch gesprochen, sondern es gilt auch als recht sicher und befindet sich sehr zentral im Land: ein idealer Ausgangspunkt für kleinere Reisen am Wochenende.

Arbeit, Studium und die UDLAP

Mit meinem Arbeitgeber verhandelte ich, in Mexiko auf einem Minimum weiterzuarbeiten. Da ich als SAP-Berater lediglich den Firmenlaptop und Internet benötige, stand dieser Lösung nichts im Wege. Ein Gespräch mit dem Master-Office der NORDAKADEMIE klärte, dass das Nachholen der ECTS-Punkte an einer ausländischen Hochschule möglich ist. Bei der Auswahl der Universität und für die Anerkennung der Credits ist jedoch zu beachten, dass diese international akkreditiert ist. Meine Wahl fiel auf die UDLAP – Universidad de las Américas Puebla (www.udlap.mx) – in Cholula, einem Stadtteil der Millionen-Stadt Puebla. Ich belegte Kurse im Bereich International Management, Sprachkurse und einen Kurs zur Kultur und Geschichte Mexikos.Die UDLAP ist eine sehr moderne, private Universität, die einer amerikanischen sehr ähnelt und Studieren sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch ermöglicht. Das Aushängeschild der UDLAP sind die „Aztecas“, das eigene American-Football-Team, welches jedes Jahr um den Gewinn der landesweiten College- Meisterschaft mitspielt. An der Uni gibt es u. a. eine große Bibliothek, ein Subway-Restaurant, zwei Fitnessstudios sowie diverse andere Sport- und Freizeitangebote, eigene Ärzte und ein kleines Krankenhaus. Mein Spanisch konnte ich dank Tandem-Learning sehr verbessern. Oft habe ich Spanisch gesprochen und meine mexikanischen Freunde Deutsch.

Die UDLAP – Universidad de las Américas Puebla – liegt im mexikanischen Puebla.

Der Ort Cholula ist umgeben von aktiven und inaktiven Vulkanen und gilt als „Pueblo Mágico“.

Kulturelle Unterschiede

Während der Zeit in Mexiko sind einige kulturelle Unterschiede transparent geworden. Vor allem sich auf das unterschiedliche Verständnis von Pünktlichkeit und Zuverläs-sigkeit einzulassen und dies nicht persönlich zu nehmen, war nicht immer einfach. Professoren erschienen regelmäßig 20 Minuten zu spät oder sagten den Kurs fünf Minuten vor Beginn ab. Im privaten Umfeld fragte ich daher häufig mit einem Schmunzeln: „Treffen wir uns nach deutscher oder mexikanischer Zeit?“ Sehr beeindruckt hat mich, wie positiv die Menschen mit dem Thema Tod umgehen und wie bunt und festlich die Wochen um den „Tag der Toten“ im ganzen Land gestaltet werden.

Umgeben von Vulkanen

Das Leben in Cholula, Puebla hat mir sehr gefallen. Der Ort Cholula ist umgeben von aktiven und inaktiven Vulkanen und gilt als „Pueblo Mági-co“ (Magischer Ort). Es ist ein Ort mit sehr viel Geschichte und Kultur, die jeden Tag spürbar ist. Sobald man die Wohnungstür öffnet, sind die Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl zu sehen. Zudem sind die Mexikaner unglaublich liebevoll, offen und hilfsbereit und haben immer ein Lächeln im Gesicht. Erst recht, wenn man versucht, Spanisch zu reden.

„Ob ich es noch einmal machen würde?“

Auf jeden Fall! Die neu erlernte Sprache, Dutzende neue Bekanntschaften aus aller Welt und das Erlebnis, sich in einer zunächst fremden Kultur zu bewegen, machten den Aufenthalt zu einer einzigartigen Auslandserfahrung, die mich persönlich hat wachsen lassen.

Thomas Plagemann nutzte die Zeit in Mexiko auch, um Land und Leute kennenzulernen.

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