58. Forum Politik + Wirtschaft

Vortrag und Diskussion - Bildung für die Zeitenwende - Überlegungen zur Zukunft unserer Schulen und Universitäten Referent: Mathias Greffrath

22. September 2022

17:00 Uhr

Elmshorn

Das Forum Politik und Wirtschaft in der NORDAKADEMIE  ist eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, geplant und moderiert durch den Seminardozenten Senator a. D. Reinhard Ueberhorst. Die Veranstaltung ist offen für alle Hochschulangehörigen, für Alumni und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Sie gehört zu dem Seminar „Politik und Wirtschaft – Basiswissen und -kompetenzen für Querdenker“ im Studium generale-Programm der Nordakademie.

Für die 58. Veranstaltung konnte der Gastgeber den Berliner Soziologen, Schriftsteller und Journalisten Mathias Greffrath als Referenten gewinnen.

Die Veranstaltung ist selbstverständlich kostenfrei und findet hybrid statt: in Präsenz auf dem Campus Elmshorn und online auf zoom. Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich (siehe Button "Anmelden").

Der Vortrag

Information zum Vortrag:

Auf den Foren Politik und Wirtschaft geht es immer wieder darum, komplexe politische Herausforderungen zu adressieren, an deren Bewältigung wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Akteure und Akteursgruppen mitwirken müssen. Immer wieder geht es damals auch um Versuche, neue Herausforderungen kreativ zu interpretieren. Erstmals in unserer Veranstaltungsreihe wollen wir fragen:

  • Was heißen Zeitenwenden, wenn wir auf frühere zurückblicken, für Wissenssysteme und Bildungsprozesse?
  • Wie muss ein Bildungssystem, wie müssen Schulen und Universitäten aussehen, die uns in Stand setzen, in einer heute absehbaren Welt multipler Krisen zu bestehen, die notwendigen Wandlungsprozesse zu ertragen und zu gestalten?
  • Was heißt heute „Bildung“ und was hat sie noch mit dem zu tun, was wir noch gestern damit verbanden?

Unser Referent fasst seinen Vortrag vorab mit den folgenden Worten zusammen:

Zeitenwenden gehen Hand in Hand mit Umwälzungen der Technologien und der Wissenssysteme, der Lernformen, der Großen Erzählungen, in denen Gesellschaften ihren Zusammenhalt finden. So war die Reformation zugleich eine Alphabetisierungskampagne, so erschütterten die neuzeitlichen Naturwissenschaften auch die feudalen Dogmen und das soziale Gefüge. Die industrielle Revolution modernisierte die Universitäten und schuf Volksschulen, die dem Industrieproletariat das notwendige Wissen und den Patriotismus beibrachte.

Wieder stehen wir in einer Zeitenwende. Der Glaube an ewiges Wachstum ist zerrieben, die Menschheit tritt ein ins Anthropozän, und nur mit ungeheuren Anstrengungen werden wir die Herausforderungen der Zukunft bestehen. Wer in diesem Jahr eingeschult wird, der wird im Laufe seines Lebens Hitzewellen, Migrationswanderungen, Wasserkriege, Pandemien, Kriege neuer Art, die Digitalisierung der Arbeit und des sozialen Lebens erfahren und einiges, von dem wir heute noch nichts ahnen. Das führt uns zu Fragen:

  • Wie muss ein Bildungssystem, wie müssen Schulen und Universitäten aussehen, die uns in Stand setzten, in einer Welt multipler Krisen zu bestehen, die notwendigen Wandlungsprozesse zu ertragen und zu gestalten?
  • Was heißt heute „Bildung“ und was hat sie noch mit dem zu tun, was wir noch gestern damit verbanden?

Im Anschluss an den Vortrag gibt es eine Diskussion.

Alle Hochschulangehörigen, Alumni und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist erbeten.

 

Der Referent

Der Referent des aktuellen Themas ist der Berliner Soziologe, Schriftsteller und Journalist Mathias Greffrath. Seit 1995 schreibt er als freier Journalist für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, die deutsche Ausgabe von Le monde diplomatique, für die tageszeitung, die Zeitschriften GEO und Theater heute: vor allem über die „Zukunft der Arbeit“ und die Auswirkungen der Globalisierung auf Kultur und Gesellschaft. Auch für das Deutschland-Radio schreibt und spricht er für die Sendung "Essay und Diskurs" Beiträge. Darüber hinaus ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac und im PEN-Zentrum Deutschland.

 

Mathias Greffrath

Anmeldeformular bitte ausfüllen: