Online-Forum Politik und Wirtschaft im Februar 2021

Online-Vortrag und Diskussion zur Aktualität der Produktiven Stadt in Zeiten der Pandemie

24. Februar 2021

17:00 Uhr

Online

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme an unserer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung Forum Politik und Wirtschaft, die viermal im Jahr an der NORDAKADEMIE stattfindet und durch Senator a. D. Reinhard Ueberhorst geplant und moderiert wird. Die Veranstaltung ist offen für alle Hochschulangehörigen, für Alumni und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Sie gehört zu dem Seminar „Politik und Wirtschaft – Basiswissen und -kompetenzen für Querdenker“ im Studium generale der NORDAKADEMIE.

Das Thema des nächsten Vortrags lautet: Zur Aktualität der Produktiven Stadt in Zeiten der Pandemie

Kernthemen sind dabei: 

  • Was spricht dafür, Stadtkonzepte zu überdenken?
  • Ist eine Rückkehr der Produktion in die Stadt eine realistische Perspektive?
  • Kontexte des Themas: Potentiale der Digitalisierung, Veränderungen in der globalen Ökonomie, ein sich abzeichnender gesellschaftlicher Wertewandel und die Notwendigkeit einer Dekarbonisierung der Wirtschaft und Gesellschaft

Die Veranstaltung findet Online statt.

Informationen zur Anmeldung

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Via Internet nehmen Sie bequem von zu Hause aus am Zoom-Meeting teil, als wären Sie live vor Ort! Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist jedoch eine Anmeldung erforderlich. Nutzen Sie dafür den Anmeldebutton auf dieser Website. Sie benötigen lediglich einen modernen Browser. Gehen Sie auf die Website https://zoom.us/, klicken Sie auf Einem Meeting beitreten und geben Sie bei Aufforderung die Meeting_ID und das Passwort ein, welches wir Ihnen in einer Bestätigungsmail nach Ihrer Anmeldung zugeschickt haben.

Der Vortrag (Abstract)

Der Vortrag basiert auf analytischen Befunden, die uns dazu anregen, unsere Stadtkonzepte zu überdenken. Die Befunde werden vorgestellt. Als konstruktives Konzept wird das Leitbild der Produktiven Stadt entwickelt, argumentativ begründet und in seinen bedingten Realisierungschancen diskutiert.

Durch die Corona-Pandemie werden die Schwächen unserer Gesellschaft gnadenlos offengelegt. In der Ökonomie zeigt sich die enorme Störanfälligkeit einer hochgradig globalisierten und spezialisierten Wirtschaft. Bereits bestehende strukturelle Probleme unserer Städte werden verstärkt und zwingen uns, die Stadtkonzepte, Planungsvorstellungen und auch unsere architektonischen Konzepte zu überdenken.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die ökonomische Basis der Städte tiefgreifend verändert. Heute – so scheint es – prägen Dienstleistungen die Ökonomien der Städte. Nicht zuletzt als Folge einer Stadtpolitik, die vor allem auf störungsfreies Wohnen und die einseitige Förderung von Dienstleistungen ausgerichtet war, wird – so die These des Referenten – das urbane Aufstiegsversprechen untergraben und der ökologische Fußabdruck immer größer.

Integrationskraft und Aufstiegspotenziale städtischer Arbeitsmärkte haben sich mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel gravierend verringert. Die soziale „Rolltreppe“ nach oben, die Geringerqualifizierte früher bestiegen haben, als sie in die Stadt zogen, funktioniert nicht mehr. Mit der Auslagerung der materiellen Produktion wurde der Zusammenhang von Produktion und Konsumtion räumlich entkoppelt und damit auch die Verantwortung für die Probleme der Ressourcenbeschaffung, der Emissionen und der Entsorgung von Abfall ausgelagert.

Im Rahmen des Vortrages wird die Frage diskutiert, ob eine Rückkehr der Produktion in die Stadt eine realistische Perspektive ist. Eine Stärkung der produktiven Basis der Städte könnte nicht nur durch die Potentiale der Digitalisierung ermöglicht werden, sondern auch durch Veränderungen in der globalen Ökonomie, einen sich abzeichnenden gesellschaftlichen Wertewandel sowie die immer drängender werdenden Notwendigkeit einer Dekarbonisierung der Wirtschaft und Gesellschaft.

Im Anschluss an den Vortrag erfolgt eine Diskussion.

Der Referent

Prof. Dr. Dieter Läpple ist ein international renommierter Stadtforscher. Als solcher untersucht er seit Jahrzehnten die Wechselwirkungen von Ökonomie, Technologie, Gesellschaft und Stadtentwicklung. Er ist Professor em. für Internationale Stadtforschung an der HafenCity Universität Hamburg. Viele Jahre leitete er das Institut für Stadt- und Regionalökonomie an der TU Hamburg und lehrte und forschte als Dozent und Gastprofessor u.a. in Berlin, Amsterdam, Paris, Aix-en-Provence/Marseille und Leiden (NL).

Über die Hochschularbeit hinaus  war er u. a. Senior Fellow der Brookings Institution in Washington und Research Fellow am „Institut d’Études Avancées” in Paris. Er ist derzeit Advisor des „Urban Age“-Progamms der London School of Economics und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Singapore-ETH Center: „Future Cities Laboratory“ in Singapur. Bei der Internationalen Bauausstellung Hamburg war er Mitglied des Kuratoriums. 2007 erhielt er den Bau­kulturpreis des BDA Hamburg.

Zahlreiche Publikationen. Zum Thema der Produktiven Stadt. Zuletzt u.a.:

  • Produktion zurück in die Stadt. Ein Plädoyer. In StadtBauwelt 211, 2016, 22-29
  • Perspektiven einer produktiven Stadt. In Schäfer, Klaus (ed.), Aufbruch in die Zwischenstadt. Urbanisierung durch Migration und Nutzungsmischung, Bielefeld 2018, 150-76

Zur Aktualität der Produktiven Stadt in Zeiten der Pandemie, europan 15, 15-24

Referent Prof. Dr. Dieter Läpple