11.06.2019

Circular Economy: Logistik Fachtagung erfolgreich

Am 21. Mai lud Prof. Dr.-Ing. Frank Fürstenberg, Studiengangsleiter Logistik (M.Sc.), die Mitglieder der Regionalgruppen Hamburg und Schleswig-Holstein der Bundevereinigung Logistik (BVL) sowie weitere Gäste zu einer logistischen Fachtagung ins Dockland ein.

(v.l.n.r.) Bernhard Albers, Head of Operations, Fiege relog GmbH, David Baum, Innovation Advisor, TRENDONE GmbH, Prof. Dr.-Ing. Frank Fürstenberg, Studiengangsleiter Logistik, NORDAKADEMIE, Justus von Richthofen, Operations Manager, Philips Medical Systems.

Am 21. Mai lud Prof. Dr.-Ing. Frank Fürstenberg, Studiengangsleiter Logistik (M.Sc.), die Mitglieder der Regionalgruppen Hamburg und Schleswig-Holstein der Bundevereinigung Logistik (BVL) sowie weitere Gäste zu einer logistischen Fachtagung ins Dockland ein. Die gut besuchte Veranstaltung mit dem Titel „CIRCULAR ECONOMY – waren lineare Supply Chains gestern?“ stand unter der übergeordneten Frage, inwiefern eine Ablösung der auf den einmaligen Konsum von Produkten ausgerichteten Form wirtschaftlichen Handelns in Richtung einer Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sei. Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, wurde das Thema auf der Fachtagung aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Den inhaltlichen Einstieg lieferte David Baum, Innovation Advisor bei TRENDONE, der die Teilnehmer in seiner Focus Keynote über aktuelle Entwicklungen im Umfeld der Circular Economy informierte:

„Aktuell sind 91% unserer Wirtschaft linear aufgebaut und nur 9% zirkulär, aber viele Unternehmen nehmen sich derzeit des Themas an.“
David Baum, Innovation Advisor bei TRENDONE

In dem Zusammenhang ging Herr Baum auch darauf ein, dass die Kreislaufwirtschaft mehr als nur Recycling ist und auch veränderte Geschäftsmodelle bedeutet: „Circular Economy fängt schon beim Produkt Design an. Die Logistik ist dabei vom Ende her zu denken, also vom Konsumenten zur Produktion.“

Als zweite Perspektive beleuchtete Justus von Richthofen, Operations Manager bei Philips Medical Systems, das Thema aus Sicht eines produzierenden Unternehmens, das sich schon sehr lange und wirtschaftlich äußerst erfolgreich mit der systematischen Wiederverwendung von Teilen und Komponenten im Produktionsprozess beschäftigt. Herr von Richthofen eröffnete seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass „am 03. Mai 2019 in Deutschland der Earth Overshoot Day“ gewesen sei und wir die Ressourcen von drei Planeten benötigen würden, wären die Lebensgewohnheiten weltweit so wie in Deutschland. Neben der ökologischen Notwendigkeit konnte Herr von Richthofen aber auch überzeugend darlegen, welcher ökonomische Beitrag bei der Abteilung Parts Harvesting durch die Aufbereitung und Wiederverwendung von Bauteilen entsteht. Die Rolle des Produktdesigns wurde in seinem Vortrag ebenfalls eindrücklich bestätigt:

„Die Dicke der Schweißnaht in der Entwicklung der Röntgenstrahler kann für die wirtschaftliche Wiederverwendung von Komponenten bereits durchaus ausschlaggebend sein.“
Justus von Richthofen, Operations Manager bei Philips Medical Systems

Bernhard Albers, Head of Operations, Fiege relog GmbH

Als dritte Perspektive wurde schließlich die Rolle der Logistikdienstdienstleister im Themenfeld der Circular Economy betrachtet. Hierzu konnte Bernhard Albers, Head of Operations bei Fiege relog, einen interessanten Einblick in das Service-Portfolio des auf die Kreislaufwirtschaft spezialisierten Dienstleisters bieten. Die Veranstaltung schloss mit einem Get Together und angeregten Austausch der Teilnehmer zu den gehörten Vorträgen. Lediglich der geplante Elbblick von der Dachterrasse blieb den anwesenden Gästen wetterbedingt leider verwehrt.

An der NORDAKADEMIE wird das Thema Circular Economy auch forschungsseitig bearbeitet. So startet unter anderem im September 2019 ein gemeinsam mit der Copenhagen Business School und der NORDAKADEMIE Stiftung ins Leben gerufene, dreijähriges Doktorandenprogramm für zwei PhD-Studierende mit dem Titel „The Supply Chain of the 21st Century – Towards ethical, social and circular Business Models“. Daneben ist auch angedacht, das Thema in der Lehre stärker zu berücksichtigen.

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