09.06.2020

Dem Plastik auf der Spur - eine Elbe-Expedition

Das von der NORDAKADEMIE-Stiftung geförderte Projekt „Dem Plastik auf der Spur - eine Elbe-Expedition" ist Gegenstand der Forschungsexpedition der Deutschen Meeresstiftung mit dem Forschungsschiff ALDEBARAN.

Mikroplastik und Masterstudium

Die Reise und die aktuelle Kampagne zur Bekämpfung von Mikroplastik in den Gewässern gab den Anstoß zur Behandlung dieses Umweltthemas im Masterstudiengangs-Modul „Wirtschaft & Ethik“. Studierende des Masterstudiums Wirtschaftsrecht beschäftigten sich gemeinsam mit Prof. Dr. Holger Petersen, der die Professur für Nachhaltigkeitsmanagement an der NORDAKADEMIE innehat, und Carla Wichmann vom Bundesverband Meeresmüll mit dieser wichtigen Thematik.

Die Forschungsreise der ALDEBARAN

Am 9. Juni legte die ALDEBARAN ab und startete ihre Expeditionsreise von Dresden nach Cuxhaven auf der Elbe. Auf der mehrwöchigen Fahrt untersucht das Forschungsteam die Belastung der Elbe mit Mikroplastik. Auf der Tour von Dresden nach Cuxhaven werden 50 Bodenproben von der Elbe genommen und analysiert. Außerdem beleuchtet es den Zusammenhang von Klimakrise und Plastikproduktion und setzt sich u.a. auch mit Schadstoffen in Lebensmittelverpackungen auseinander. Die Reise wird von der NORDAKADEMIE-Stiftung gefördert. Am Tag 18 der Elbetour kamen Stiftungsvorstand Prof. Dr. Georg Plate und Prof. Dr. Daniel Graewe kurz vor Hamburg an Bord und fuhren gemeinsam mit dem Forschungsteam am Freitag, dem 26. Juni, in den Hamburger Hafen ein.

Im Hamburger City Sporthafen stellten das Forschungsteam ihre Arbeit der Presse vor. Mit dabei war auch Prof. Dr. Kerstin Fink, Präsidentin der NORDAKADEMIE. RTL Nord hat in einer Sendung am 26.6.2020 um 18.00 Uhr über die Forschungsreise der ALDEBARAN berichtet. Der Bericht startet bei Minute 12:53.

Bericht von RTL Nord

Behandlung der Thematik Mikroplastik im Modul Wirtschaft & Ethik an der NORDAKADEMIE

Masterstudierende der NORDAKADEMIE befassen sich schon in der ersten Phase ihres Studiums intensiv mit der sozialen und ökologischen Verantwortung von Unternehmen. Die Pflichtveranstaltung „Wirtschaft & Ethik“ mit Prof. Dr. Holger Petersen bietet hierfür in einem 3-Tages-Block viel Raum, um an Beispielen Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme aufzuzeigen.

Via ZOOM schaltete sich am 25. Juni 2020 Carla Wichmann in die virtuelle Veranstaltung ein. Sie erläuterte in einem prägnanten Vortrag, weshalb unser derzeitiger Konsum von Kunststoffprodukten bereits in der Produktion teure, kaum reversible Schäden an Natur und Mensch verursacht. Am Ende mündet der Konsum in der Vermüllung von Gewässern und Böden, wo sich das extrem langlebige Material in Form von Mikropartikeln anreichert, womit erhebliche Gesundheitsrisiken für Menschen, Tiere, Pflanzen und gesamte Ökosysteme einhergehen.

Als Produzenten und Vertreiber von Kunststoffprodukten tragen Unternehmen hierfür neben den Verbrauchern eine maßgebliche Mitverantwortung. An Unternehmensbeispielen aus der Lebensmittelindustrie, des Einzelhandels und der Textilbranche erarbeiteten die Studierenden in Arbeitsgruppen mit Carla Wichmann erste Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Verpackungen, wie beispielsweise durch Mehrwegkonzepte, zur Schließung von Stoffkreisläufen und zur Nutzung alternativer Materialien.

Im Zuge der Gruppenarbeit wurde einerseits deutlich, dass einige Unternehmen wie zum Beispiel Vaude, dm oder Rossmann, die Relevanz des Problems für ihr Geschäft erkannt haben und zu einer Eindämmung beitragen. In bestimmten Fällen, wie bei der Vermeidung von intendiert hinzugefügten Mikropartikeln in Körperpflegeprodukten, sind Lösungen relativ einfach zu finden und werden bereits umgesetzt. Andererseits wurde auch bewusst, dass Unternehmen wie Nestlé oder H&M für eine wirksame Kehrtwende viel tiefer in ihre Geschäftsmodelle eingreifen müssen, um die Menge schnelllebiger Einwegprodukte, gesundheitsgefährdender Additive und überflüssiger Verpackungen drastisch zu reduzieren. In einigen Bereichen wie zum Beispiel bei der Konstruktion von Reifen und wetterfesten Textilien ist zudem technischer Innovationsgeist gefragt, um die gewünschten Materialeigenschaften künftig im Einklang mit ökologischen und gesundheitlichen Anforderungen anbieten zu können. 

Schließlich plädierten die Studierenden auch für internationale Reglementierungen, um die Innovationskraft der Unternehmen in die gewünschte Richtung zu lenken.

Näheres zur Kampagne und zur Fahrt der Aldebaran

Bericht "Wasser untersucht: Das unsichtbare Gift in der Elbe"

Video vom Tag 18 der Elbetour:

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