09.12.2020

Konferenzbericht CHINA DAY 2020

Im Zoo Gesellschaftshaus in Frankfurt am Main gingen am 17. November 2020 die Lichter an für den CHINA DAY, welcher im Rahmen der 23. Euro Finance Week des Euro Finance Forums stattfand.

Aufgrund der erneuten Lockdown-Einschränkungen wurden die Veranstaltungsräume kurzum in ein großes Fernsehstudio umfunktioniert, um den ca. 750 online zugeschalteten Gästen ein spannendes Programm bieten zu können. Das Institut für angewandtes Wirtschaftsrecht unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Graewe durfte als exklusiver wissenschaftlicher Partner das Programm des Konferenztages gemeinsam mit dem DFV (Deutscher Fachverlag) gestalten.

Hochrangige Begrüßung der Gäste

Andreas G. Scholz, Chief Executive Officer der dfv Euro Finance Group eröffnete den Tag um 9 Uhr mit seiner Welcome Address. Der CHINA DAY hat eine große Tradition und ist fester Bestandteil der Euro Finance Week. Auf dem China Day geht es um Gemeinschaft und Kooperation, aber es ist auch Platz für politische Schwierigkeiten – das gehört zu einem offenen Dialog dazu. In diesem Sinne solle es aber nicht „gegeneinander“ gehen, sondern man wolle sich „gegenüber“ positionieren.

Fotograf José Poblete / dfv Euro Finance Group

Sun Congbin, der Generalkonsul des Generalkonsulats der Volksrepublik China in Frankfurt am Main begrüßte in einer Live-Zuschaltung die Veranstalter und Gäste und wünschte der Veranstaltung viel Erfolg. Er sprach vor allen von den Maßnahmen, die die chinesische Regierung in den nächsten Jahren plant, um das Land weiter für Auslandsinvestitionen zu öffnen. Er bedauerte, nicht persönlich vor Ort sein zu können, sprach aber den Veranstaltern, Partnern, Teilnehmerinnen und Teilnehmern seinen Dank dafür aus, die deutsch-chinesischen Beziehungen durch den CHINA DAY aktiv mitzugestalten und zu fördern.

Prof. Dr. Daniel Graewe hält eine Keynote am Morgen

Im Anschluss hielt Daniel Graewe, Direktor des Wire-Instituts und Professor an der NORDAKADEMIE, den Eröffnungsimpuls und setze damit den Rahmen für den weiteren Tag: Die starken Verbindungen zwischen Deutschland und China sind einerseits Chance, aber auch Risiko. Beide Länder profitierten damals und profitieren auch heute noch vom gegenseitigen Handel, Investitionen, sowie den wirtschaftlichen und politischen Beziehungen. Die Stimmung in Deutschland ist China gegenüber eher positiv – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – doch die starken Verflechtungen machen die Länder auch abhängig voneinander, was in einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Systeme immer mehr auseinander zu driften scheinen, ein schwer zu navigierender Grat ist. Aber, so Daniel Graewe, „im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung, Dienstleistungs- und Datenökonomie werden andere Verflechtungen zunehmend wichtiger als der bloße Warenhandel.“ Einige dieser Fragen und Herausforderungen werden im Laufe der Konferenz angesprochen und diskutiert.

Im Anschluss hielt Daniel Graewe, Direktor des Wire-Instituts und Professor an der NORDAKADEMIE, den Eröffnungsimpuls und setze damit den Rahmen für den weiteren Tag: Die starken Verbindungen zwischen Deutschland und China sind einerseits Chance, aber auch Risiko. Beide Länder profitierten damals und profitieren auch heute noch vom gegenseitigen Handel, Investitionen, sowie den wirtschaftlichen und politischen Beziehungen. Die Stimmung in Deutschland ist China gegenüber eher positiv – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – doch die starken Verflechtungen machen die Länder auch abhängig voneinander, was in einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Systeme immer mehr auseinander zu driften scheinen, ein schwer zu navigierender Grat ist. Aber, so Daniel Graewe, „im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung, Dienstleistungs- und Datenökonomie werden andere Verflechtungen zunehmend wichtiger als der bloße Warenhandel.“ Einige dieser Fragen und Herausforderungen werden im Laufe der Konferenz angesprochen und diskutiert.

Die Jahrestagung des Instituts für angewandtes Wirtschaftsrecht als Teil des CHINA DAYS

Das nächste Panel der Jahrestagung des Instituts für angewandtes Wirtschaftsrecht wurde besetzt mit Prof. Dr. Franco Algieri, Associate Professor im Department Head of International Relations an der Webster Vienna Private University, Prof. Dr. Sebastian Bersick, Lehrstuhlinhaber Internationale politische Ökonomie Ostasiens an der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Josie-Marie Perkuhn, PostDoc im Fachbereich Politikwissenschaft an der Universität zu Kiel. Gemeinsam mit dem Moderator Prof. Dr. Daniel Graewe sprachen sie zum Thema „Multilateralismus & Globalisierung in Zeiten von Covid-19: China-USA-EU“. Der Tenor des Panels war der Wunsch nach einer größeren Beteiligung der EU in der Weltpolitik: „Die EU muss sich selbst mitnehmen, die EU muss sich nicht mitnehmen lassen. Um als Global Player oder Responsible Stakeholder […] wirklich ernst genommen zu werden, muss der Akteur Europäische Union selbstständig sein“, denn „entweder werden sie [die Probleme] von uns gelöst oder wir sind Zuschauer“.

Unter der Moderation von Tobias Loitsch, Leiter des NeuInstituts für Technologie und Gesellschaft, sprachen Dr. Diana Kisro-Warnecke, Geschäftsführerin von Dr. K&K ChinaConsulting, Kai von Carnap, Analyst bei MERICS und Tobias Straube, Partner bei Cambrian Futures und Co-Founder & Managing Partner bei Scio Network zu „Chinas Technologieführerschaft und Europa zwischen den Fronten“. China hat im Bereich der Digitalisierung riesige Fortschritte in den letzten Jahren gemacht – ist der Zug für Europa vielleicht schon abgefahren? Sie sehen mögliche Synergieeffekte an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der chinesischen Anwendungsfreude.

Prof. Dr. Michael Fretschner, Professor für Marketing und E-Commerce an der NORDAKADEMIE und Managing Partner bei smart impact stellte in einem Kurzvortrag „Ökonomische Perspektiven auf europäische, US-amerikanische und chinesische Tech-Plattformen“ vor. In Amerika (Facebook, Google, Amazon) und China (Tencent, Alibaba, Baidu) sind Tech-Plattformen als Marktführer bereits etabliert - in Europa sucht man eigene Plattformen auf diesem Niveau vergebens. Hat Europa als „Late Mover“ noch Chancen? Es gäbe die Möglichkeiten von Freerider-Effekten zu profitieren, Cherry-Picking zu betreiben, sowie Plattformen zu entwickeln, die den Forderungen nach Reglementierungen der europäischen, aber auch zunehmend der amerikanischen Bevölkerung gerecht werden.

Fotograf José Poblete / dfv Euro Finance Group

Im Anschluss trug Prof. Dr. Doris Fischer, Chair of China Business and Economics an der Universität Würzburg ihren Vortrag zum Thema „Entrepreneurship und Innovationen in Deutschland und China“ vor. Ein direkter Vergleich der beiden Länder gestaltet sich kompliziert, da Deutschland räumlich viel kleiner ist, somit eine geringere Bevölkerungszahl hat und die Wirtschaftssysteme unterschiedlich funktionieren. Ein wesentlicher Unterschied im Unternehmertum zwischen den Ländern sind die relativ jungen chinesischen Internetriesen, die Pioniere des chinesischen Entrepreneurships waren (sind) und die deutschen Hidden Champions, welches häufig KMUs mit jahrzehntelanger Familientradition sind. Unternehmensgründungen sind in China heutzutage deutlich leichter und kostengünstiger als in Deutschland, dagegen greift die Partei in China immer stärker ein.

Eine spannende Abschlussrunde für einen gelungenen Tag

Am Ende des Tages bildeten Prof. Dr. Doris Fischer, Tobias Straube und Tobias Loitsch gemeinsam mit Prof. Dr. Daniel Graewe die Abschlussrunde. Sie reflektierten die Themen des Tages und diskutierten die Frage, ob „Chinesische Investments in deutsche KMUs: Chance oder Risiko“ sind. Dies lässt sich pauschal nicht beantworten: Für jedes Projekt muss immer einzeln analysiert werden, welcher Investitions- oder Businesspartner der richtige ist. Wichtig war den Panelisten/innen, dass Europa größere Lust am „Voneinander Lernen“ zeigt und Unternehmen nicht weiter in politische Konflikte hineingezogen werden.

Die Abschlusskeynote hielt Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank und brachte den Tag zu einem erfolgreichen Ende.

Autorin: Johanna Tensi
 

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