22.01.2020

Innovation durch Kooperation – KI und Wissens- und Technologietransfer für KMU

Was bringt die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft beim Thema Künstliche Intelligenz (KI)? - war die Kernfrage eines Round Table-Gesprächs auf der NORTEC 2020, der Fachmesse für Produktion, an der für die NORDAKADEMIE Professor Dr. Nick Gehrke teilnahm.

Die NORDAKADEMIE gehört zu den Gründungsmitgliedern des Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC). Auch der Sitz des ARIC befindet sich im Dockland. „Die NORDAKADEMIE hat sich mit einem hohen Anteil an Informatikstudiengängen – geplant sind zusätzlich ein Bachelorstudiengang Technische Informatik und ein Masterstudiengang Data Science – fast schon zu einer technischen Hochschule entwickelt, die prädestiniert für das zukunftsträchtige Thema Künstliche Intelligenz ist“, so Nick Gehrke zum Einstieg in die Diskussion. Ein niedrigschwelliges Angebot zur Kooperation mit der NORDAKADEMIE besteht in Form der Masterprojekte, bei denen eine interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe von berufsbegleitenden Studierenden eine Aufgabenstellung aus der Praxis über einen Zeitraum von 12 Wochen bearbeitet. Die Projektergebnisse sind aufgrund des Engagements der Studierenden zumeist hervorragend und übererfüllen häufig sogar die Erwartungen der Auftraggeber, wie Prof. Dr. Bernd Schichold, Lehrbeauftragter an der NORDAKADEMIE, z. B. für das Projekt Crypto-Currencies bestätigt.

Besonders wertvoll sei es, so Nick Gehrke weiter, etwas Experimentelles in einem Masterprojekt entwickeln zu lassen, etwa wie Daten für ein besseres Verständnis mit Methoden aus dem Bereichen Data Science oder Virtual Reality für einen Sachverhalt visualisiert werden könnten. Hieran seien Studierende einerseits besonders interessiert und andererseits würden solche Themen in Unternehmen aus Kostengründen oft gar nicht bearbeitet oder ausprobiert. Im Anschluss an die Projektarbeit könnten sich für Unternehmen wie Studierende Ansätze ergeben, die im Projekt begonnene Arbeit im Rahmen einer Masterthesis fortzuführen.

Ein Schwerpunkt beim Thema KI, unterstreicht Nick Gehrke, seien die MENSCHEN.  Prof. Bernd Schichold führt in diesem Zusammenhang das Beispiel China an, bei der das individuelle Scoring anhand von Social Credits zu einem Corporate Social Rating System ausgeweitet wurde. Dies bedeute für viele in China ansässige und in Shanghai in einem speziellen Börsensegment gelistete Unternehmen immense Vorteile, Stichwort: Smart Cities. Wichtig sei es aber, nicht nur die Nachteile zu sehen, sondern bestehende Befürchtungen durch gute Erläuterungen und Einbezug der Betroffenen abzubauen. Alois Krtl, Innovationskontaktstelle Hamburg, ergänzt, dass es z. B. bereits Projekte zur Produktionsoptimierung mittels Kameraüberwachung gäbe. Hierbei kämen neuartige Kamerasysteme von Herstellern aus dem norddeutschen Raum zum Einsatz, die zwar die Laufwege der Mitarbeitenden aufzeichneten, aber so, dass gleichzeitig ihre Privacy gewahrt bleibe. Insofern - sind sich die Teilnehmer des Round Table einig - könnten die bestehenden Daten- und Arbeitsschutzregelungen hierzulande für Europa auch eine bedeutende Chance sein.  So unterstütze Lufthansa Solutions beispielsweise Forschungsbestrebungen hinsichtlich „differential privacy“. Und auch in den USA gibt es – trotz oder wegen Trump - viele Menschen, die an Privacy interessiert seien.

Kurzfristig werden zahlreiche juristische Fragen rund um das Thema KI geklärt werden müssen. Es wird erwartet, dass es auf EU- wie Bundesebene eine Art „Digital Service Act“ mit begleitender Gesetzgebung zu KI geben wird. So müsse etwa auch die Haftungspflicht von Aufsichtsräten bedacht werden, die auch zum Tragen komme, wenn Entscheidungen KI-basiert seien.

Weiterhin stellte Dr. Lothar Hotz vom Hamburger Informatik Technologie-Center e. V. (HITeC) und Vorsitzender des ARIC dem interessierten Publikum verschiedenste KI-Anwendungsfälle vor: von der Qualitätssicherung in der Produktion bis zu adaptiven Anlagen und Maschinen.

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